Allotoca-Mesa Central, Jahresbericht 2025

Die Entwicklung der Mitgliederzahlen im Jahr 2025

Die Mitgliederzahlen haben sich im Laufe des Jahres 2025 nicht signifikant zu denen von 2024 verändert. Gemeldet waren am Jahresende 45 Teilnehmer aus 15 Staaten. Allerdings muss man in diesem Zusammenhang auch realistisch bleiben, denn nicht alle Teilnehmer betreuen Fisch bzw. einige der gemeldeten Personen kommen ihrer Meldepflicht nicht nach und so wird man im Laufe des Jahres 2026 wohl die Teilnehmerzahl berichtigen müssen. Dazu kommen dann noch Teilnehmer, die ihre Fische verloren haben und deshalb komplett aus dem Projekt austreten wollen. Dies ist zwar Schade, aber leider nicht zu ändern. Auch hat sich der Focus der Haltungen komplett nach Europa verschoben.

  

Aktuelle Situation der Allotocabestände in den Aquarien

Dieses Jahr startete der Zensus etwas später, dafür gab es aber einige Mitglieder, die schon von sich aus ihre Bestände im Oktober gemeldet hatten, dafür vielen Dank, denn es erleichtert die Arbeit ungemein, wenn die Meldung ohne Aufforderung erfolgt.

Der allgemeine Tenor bei vielen Rückmeldungen: 2025 war kein überragendes Jahr für das Zuchtprojekt. Es gab teilweise Totalverluste, welche dann auch zur Aufgabe führten bzw. zu relativ schlechten Nachzuchtzahlen. Dies teilweise auch dadurch begründet, dass es nicht einfach ist, diese Fische zu verteilen. Es ist aber wichtig, jedes Jahr nachzuziehen. Dies soll nicht in Masse geschehen, aber doch so, dass es ausreichend Verjüngung in der Gruppe gibt. Dies ist sicherlich ein Thema für eine längere Diskussion.

 

Allotoca goslinei Pärchen                                                                 Foto: Michael Köck

 

Hier die Ergebnisse zum Stand 31.12.2025:

BAP-Unterprojekt

Allotoca catarinae:

In 2025 konnte die im Projekt vertretene Anzahl der Halter von 8 auf 11 erhöht werden, dies jedoch bei stagnierendem Bestand von gemeldeten 141 Fischen. Auch hier gab es bei  bisher erfolgreichen Haltern größere Verluste. Hier besteht die Hoffnung, dass diese ihren Bestand wieder stabilisieren können und wir evtl. mit weiteren neuen Haltern auf einen Bestand von 400 Tieren kommen können.

 

Allotoca diazi:

Bei Allotoca diazi konnte sich der Bestand zu 2025 wieder leicht erhöhen. Wir haben jetzt 339 Tiere im Projekt, bei 11 Haltern. Jedoch Steht hier der Zoo Chester alleine für ca. 50% der Population.

Dies ist sicherlich für das Projekt ein beruhigender Umstand, aber im Interesse einer stabilen Population, sollten wir im Bereich der Hobbyisten noch etwas nachlegen.

 

Allotoca meeki:

Bei dieser Art gab es im Bestand der Teilnehmer einige Änderungen, jedoch glichen die Neuzugänge die Abgänge fast aus und somit ist die aktuelle Zahl der Halter als konstant zu betrachten, sie stieg von 17 auf 18. Allerdings haben hier zwei Halter bisher keine Bestandsmeldung abgegeben, wodurch das Ergebnis sicher nicht ganz genau ist. Der Bestand sank somit auf 395 gemeldete Tiere, was ein fast 50%-iger Verlust zu 2024, dem bisherigen Rekordjahr, bedeutet.

Aufgrund der Bedrohungssituation in der Natur, wäre es bei dieser Art besonders wünschenswert, wenn sich die Teilnehmer hier auf größere Bestände in ihren Aquarien einlassen könnten. Auch wenn dann das Problem mit einem deutlichen Überschuss an Nachwuchs zu Diskussionen führt. Aber im Sinne der Gesunderhaltung der Fische und der gemanagten Population, sollte eine regelmäßige Nachzucht in einer Arthaltung in ausreichend großen Becken, die Grundlage für die Haltung darstellen.

 

Allotoca zacapuensis:

Bei dieser Art gab es mit die größten Verluste. Auf der einen Seite hat sich die Anzahl der Haltungen von 16 auf 9 verringert, wobei  4 Halter nicht gemeldet haben. Bei drei dieser Halter müssen wir wahrscheinlich von einer Aufgabe ausgehen. Leider ist momentan eine Kontaktaufnahme nicht möglich.

Der Bestand der Population hat sich auch aus den vorher genannten Gründen von 693 Tieren auf nun 374 Tiere fast halbiert. Dies sind leider keine guten Nachrichten und so sollten die verbliebenen Halter  ihre Bestände gut im Auge behalten.

 

LANP-Unterprojekt

Allotoca dugesii:

Bei Allotoca dugesii konnte zumindest die Lage über das Jahr 2025 stabil gehalten werden.

Wir haben bei der Population Altdu1-COR-Sant 7 Halter mit 70 Fischen und bei der Population Altdu4-PAT-RMol 8 Halter mit 151 Fischen. Jedoch ist auch bei letzterer Population der Bestand deutlich gesunken. Dies hat die Erfolge von 2024 leider zunichte gemacht.

Allotoca goslinei:

Leider konnte in 2025 die Erfolgsgeschichte für Allotoca goslinei nicht weiter geschrieben werden.

Der Bestand brach hier um fast 60% ein und somit sind nur noch 170 Tiere im Bestand (2024: 426 Tiere). 12 Halter haben hier noch Fische im Bestand, wobei es bei einigen nur noch eine sehr geringe Anzahl an Fischen ist. Hier können wir nur zu mehr Engagement aufrufen, denn diese Fische sind in der Natur schon ausgestorben und somit sind unsere Bestände von großer Wichtigkeit.

Auch gibt es in Mexiko  Bemühungen, diese Fische in ihren natürlichen Lebensraum zurückzubringen. Diese Bestrebungen werden vom Münchner Tierpark Hellabrunn kräftig unterstützt und dieser ist jetzt auch Teil unseres Arterhaltungsprogramms. In 2025 wurden Tiere aus Frankreich, den Niederlanden und Deutschland in den Tierpark gebracht um eine ausreichend große Startpopulation aus verschiedenen Quellen zu gewährleisten

Hier besteht also die Hoffnung, dass sich durch diesen institutionellen Halter die Situation im Bestand etwas verbessern wird.

Allotoca maculata:

Hier verringerte sich in 2025 die Anzahl der Haltungen von 9 auf 7 und der Bestand sank deutlich von

196 auf 113 Tieren. Ein Halter hatte nicht gemeldet.

Seit Jahren versuchen wir diese Population stabil im Projekt zu halten, aber offensichtlich ist dies ein Problem für einige Halter.

Neoophorus regalis:

Hier sind wir in einer etwas schwierigen Situation. Nach unserer Kenntnis befinden sich zur  Zeit Fische dieser Art bei zwei Projektmitgliedern. Der Bestand ist weiterhin sehr gering und beträgt 22 Tiere.

Etwas mehr Kommunikation mit dem zuständigen Projektmanager wäre hier  wünschenswert gewesen, aber jetzt hoffen wir auf eine erfolgreiche Nachzucht für weitere potenzielle Halter.

 

Bach bei Los Reyes mit Neoophorus regalis                       Foto: Michael Köck

Zusammenfassung und Aussichten für 2026

In diesem Berichtsjahr fällt es uns schwer, zu optimistisch in Richtung 2026 zu blicken.

Eines der Hauptziele muss es sein, die Bestände insgesamt, aber auch bei den einzelnen Haltern, anzuheben. Hierzu ist es sicherlich hilfreich, seine Population in einem größeren Artbecken zu halten und auch von sich aus den Kontakt zu den Projektmanagern zu suchen, sollte der eigene Bestand Probleme bereiten. Dazu muss man dann aber auch auf die Beschaffungswege hinweisen. Wer Bedarf an Fischen hat, sollte sich frühzeitig als Interessent melden und auch in der Lage sein, diese Tiere u.U. über eine längere Distanz zu  transportieren bzw. diesen Transport zu organisieren. Eine gute Möglichkeit des Tieraustauschs sind auch die jährlichen Treffen der Goodeidworkinggroup. Wir als Artmanager können hier bei der Vermittlung helfen, aber um etwas Eigeninitiative kommt man nicht umhin. Als Beispiel können wir hier die Besorgung der Allotoca goslinei für den Münchner Tierpark Hellabrunn benennen. Von der ersten Anfrage bis zu endgültigen Übergabe verging fast ein Jahr.

 

Für 2026 gibt es eine Anfrage aus Mexiko nach Allotoca goslinei und nach Allotoca dugesii (Altdu1-COR-Sant) um damit eine Startpopulation für die angedachte Auswilderung vor Ort zu erschaffen.

Bei den geringen Bestandszahlen im Projekt, fällt es uns aber nicht leicht, auch noch Tiere abzugeben. Wir versuchen hier, natürlich mit eurer Hilfe, eine Lösung zu finden. Aber dazu benötigen wir oft Zeit und Bestände, die ausreichend groß sind.

In der Natur im Moment am bedrohtesten sind Allotoca goslinei, Allotoca meeki, Allotoca maculata und die Rio Santiago-Population von Allotoca dugesii.

Deshalb unsere Bitte: Haltet eure Bestände, wenn möglich, in größeren Aquarien und in höherer Stückzahl pro Population. Zieht kontinuierlich Fische nach, nicht zwingend in Masse, aber ausreichend um euren Bestand stabil halten zu können. Habt immer mehrere Generationen in der Population und sorgt dafür, dass eure Population nicht zusammenbrechen kann, wenn ihr mal Tiere abgeben solltet. Gebt nicht sofort auf, wenn ihr mal Tiere durch Krankheit verlieren solltet. Es ist nicht schön, passiert aber leider und meldet euch frühzeitig bei Problemen.

 

Vielen Dank für Eure Mitarbeit!